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  • Alexandra Edl

Mehr Klarheit in Unternehmen!

Aktualisiert: Sept 30

Ob Strategie, Ziele oder Kommunikation – Klarheit ist das grundlegende Prinzip für Führungs- und Unternehmenserfolg. Doch in der Praxis fehlt es genau daran.


Klarheit als elementare Voraussetzung für eine erfolgreiche Mitarbeiter- und Unternehmensführung einzufordern, klingt auf den ersten Blick eher antiquiert. Aus meiner Erfahrung ist es jedoch eine notwendige, aber keinesfalls hinreichende Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Unternehmen.


Führungskräfte werden häufig nicht wirklich auf die Rolle der Führung vorbereitet. Nach dem Motto „Der macht seine Sache gut, ist schon eine Weile in der Firma, dann können wir ihm auch eine Führungsverantwortung geben“, geht man von sich selbst entwickelnden Naturtalenten aus. Es fehlt an der Klarheit über die Führungsrolle. Als Führungskraft kann ich schließlich nur erfolgreich sein, wenn auch meine Team-Mitglieder erfolgreich sind. In diesem Zusammenhang ist auch die Klarheit über die eigene Person in hohem Maße relevant. Welche Talente und Persönlichkeitsstruktur habe ich und wie wirken sie sich in der Kooperation mit anderen aus? Welche Talente und Persönlichkeitsmerkmale haben die einzelnen Mitglieder meines Teams? Dies sind Kernthemen für die Ausgestaltung einer Führungsbeziehung.


Klarheit über die Strategie und Ziele des Unternehmens

Wenn wir bei der Personalakquise und -auswahl nicht alles verkehrt gemacht haben, dann haben wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Bord, die durchaus motiviert sind und ihren Anteil zum Erfolg des Unternehmens beitragen möchten. Damit ich das als Mitarbeiter jedoch tun kann, benötige ich Informationen über die Erwartungen an meine Arbeit und die künftige Ausrichtung der Organisation. Wohin wollen wir gemeinsam in den nächsten Jahren kommen und welche Themenfelder sind strategisch relevant, da sie dafür sorgen, dass wir uns in mehr als fünf Jahren damit im Wettbewerb Vorteile verschaffen können? Wenn hier keine Klarheit herrscht, ist es kaum möglich, erfolgreich zusammen zu arbeiten und gemeinsam Erfolg zu haben. Das ist aber die Grundvoraussetzung für Motivation.


Wir sind dann motiviert, wenn wir allein – oder noch besser gemeinsam – Ziele erreichen können und diesen Erfolg auch erleben und emotional wahrnehmen. Wenn Führungskräfte jedoch nicht in der Lage sind, für klare Zielsetzungen zu sorgen, wird das wohl kaum gelingen.


Eine Abrundung in Sachen Unklarheit erfolgt häufig durch die fehlende Klarheit der Kommunikation. Unklare Führungskräfte ergehen sich auch hier in widersprüchlichen Formeln und Floskeln, die durch einen exzessiven Gebrauch des Konjunktivs abgerundet werden. Wir hätten, sollten, könnten, würden gerne, aber wir tun es nicht. Wer sich darüber im Klaren ist, was er sagen möchte, sollte es auch möglichst klar und verständlich ausdrücken. Dies ermöglicht dann auch mehr Klarheit bei Strukturen und Zuständigkeiten sowie auch Klarheit des Führungsstils mit verlässlichen Spielregeln. Damit dies gelingt, benötigen wir aber Vorgesetzte mit einer ausreichenden Klarheit über die eigene Person als Führungskraft: Wer führen möchte, möge zuerst gelernt haben, sich selbst zu führen.


Wir brauchen Führungskräfte, die führen wollen und führen können und dazu gehört auch eine ausgeglichene, zentrierte Persönlichkeit. Wer Klarheit zu altmodisch findet, dem möchte ich empfehlen, über die Grundprinzipien der heute durchaus angesagten agilen Arbeitsorganisation und Arbeitsprozesse nachzudenken. Bei aller Flexibilität geht es auch hier im Kern um Klarheit und Einfachheit, um schneller passende Lösungen zu entwickeln.

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